• andrea-heile-welt

yoga - retreat tag 2

Aktualisiert: 23. Dez 2018

- tagebuch vom retreat, gespickt mit wissenswertem über wellness, ernährungsumstellung und meditation -

Acht Uhr morgens versammeln wir uns zur Morgenklasse. Wir begrüßen den Tag mit erweckenden Asanas und vertiefen das am Vorabend Gelernte: Atmung, Haltung, Achtsamkeit für den Rücken. Später, nach dem Frühstück, schwimme ich meine Runden und sauniere, bis es qualmt. Ich kann nicht genug bekommen von dem belebenden Wechsel der Temperatur-Extreme: heißer Aufguss, schwimmen im eiskalten Wasser, während vereinzelt Schneeflocken aus dem trüben Himmel tanzen. Das Baden im Eiswasser entfaltet im Körper eine Reihe von Wirkungen, die wir uns alle wünschen. Jeder weiß ja, dass dies das Immunsystem stärkt. Weniger bekannt ist, dass Kälteanwendungen ungeliebtes und die Gesundheit belastendes weißes Fett in das festere braune Fett verwandeln, das den Grundumsatz erhöht und deshalb, obwohl immer noch Fett, zu einer schlanken Linie beiträgt. Auch wird das Bindegewebe gefestigt und belebt, dadurch steigt seine Fähigkeit, sich selbst zu reinigen und zu entschlacken. Sich dem Kalten auszusetzen führt außerdem zur Ausschüttung von Serotonin und macht deshalb so fröhlich und motiviert. Ich habe mir schon vor Jahren angewöhnt, mich auch zu Hause nach der heißen langen Dusche zwei Minuten ganz kalt abzubrausen. Das fällt nur Anfangs schwer – rasch gewöhnt man sich daran und möchte den erfrischenden Impuls nicht mehr missen. Ein angenehmer Nebeneffekt daraus ist, dass es mich im Sommer fast keine Überwindung mehr kostet, in den See zu springen, und auch, dass ich im Winter nicht mehr so leicht friere. Heiß-kalte Wechselduschen sind ein wahrer Jungbrunnen und ein Freude und Gesundheit spendendes Elixier, das nichts kostet und gute Laune macht.


Zwischen meinem extra grünen, extra basischen Frühstück und dem erlesenen Abendessen vermeide ich ganz bewusst jede Zwischenmahlzeit. Erst wenn der Magen einmal ganz leer ist, kann er sich reinigen und regenerieren. Und tief in den Zellen sind verjüngende Reparaturmechanismen vorgesehen, die nur stattfinden können, wenn wir viele Stunden keine Nahrung aufgenommen haben. Auch für die Fettverbrennung ist es essentiell, sich nicht einmal ganz klitzekleine Snacks oder Fruchtsäfte zwischendurch zu können, denn jeder noch so kleine Snack erhöht den Blutzuckerspiegel und ruft das Hormon Insulin auf den Plan – so lange dieses im Blut zirkuliert, wird kein vorhandenes Fett verbrannt, egal, wie sehr wir haxeln und schwitzen. Es hat deshalb wenig Sinn, sich noch schnell einen Traubenzucker zu gönnen, bevor man sich zum Joggen aufmacht. Auch nach der sportlichen Belastung sollten wir, so fern wir abspecken wollen, auf eine kohlenhydratreiche Stärkung verzichten. Besser wäre an dieser Stelle, sich hochwertige Proteine zu gönnen. Das fördert nicht nur den Muskelaufbau, sondern bringt auch ein richtiges Stimmungshoch: wenn wir Aminosäuren nach körperlicher Belastung, also ganz nüchtern und mit geleerten Glykogenspeichern einnehmen, konkurrieren die wertvollen Proteine nicht mit anderen Nährstoffen an der Blut-Hirn-Schranke um den Durchlass, wobei sie meist den Kürzeren ziehen, und finden in großer Menge Zugang ins Gehirn. Dort dienen sie als Bausteine für all die Neurotransmitter und Hormone, die uns glücklich, geradezu euphorisch machen. Wenn ich nach einer ausgedehnten Fitness-Session meinen Protein-Shake getrunken habe, möchte ich am liebsten sofort weiter sporteln, tanzen, hüpfen und singen, und oft tue ich das auch. Viele Proteinshakes sind überaus nahrhaft, bis zu 400 Kalorien können da mit drin sein. Ich bevorzuge ein kohlenhydratfreies Produkt, das mich mit weniger als 100 Kalorien mit dem gesamten Spektrum an Aminosäuren großzügig versorgt. Früher habe ich oft erlebt, dass ich nach dem Shake immer noch Heißhunger verspüre, und dann manchmal so viel gesnackt, dass ich befürchten musste, vom Training mit anschließender Fressattacke eher gegen als für meine schicke Figur zu arbeiten. Jetzt hab ich den Dreh heraussen: vor dem Training versorge ich mich mit den Mikronährstoffe, die mein Körper bei körperlicher Belastung vermehrt verbraucht: Kalium, Magnesium, ATP, OPC, NADH. Seit ich so vorgehe, habe ich keinen besonderen Hunger nach dem Training. Das zeigt mir mal wieder, dass Heißhunger kaum jemals das Bedürfnis nach Kalorien anzeigt, sondern viel öfter auf einen Mangel nach einem bestimmten essentiellen Stoff hinweist.


Am Nachmittag versammeln wir uns zur zweiten Session dieses Tages, wir vertiefen die bereits erlernten Prinzipien mit besonderem Augenmerk auf die Schonung des Rückens, des Nackens und der empfindlichen Knie. Im Ansatz erarbeiten wir Surya Namaskar, den Sonnengruß. Strecken – Beugen. Leisten – Entspannen. Einatmen – Ausatmen. Das Leben ist ein steter Wechsel einander ergänzender Grundsätze. Alles sucht seinen Ausgleich. Yoga als vollkommener Ausdruck ewiger Prinzipien.

Noch einmal kommen wir heute in der stimmungsvollen Pagode zusammen und bekommen eine wohltuende geführte Abendmeditation angeboten. Wie leicht es mir heute fällt, mich lange und inhaltlich zu versenken, der Atem fließt frei und leicht, der Geist kommt zur Ruhe. Unser Trainer Florian erinnert uns daran, dass die Asanas des Yoga ursprünglich genau diesem Zweck gedient haben: dem Körper zu ermöglichen, lange und entspannt ganz ruhig zu sitzen, um Versenkung in Meditation zu ermöglichen. Nach dieser Session bin ich so energetisiert, dass ich bis lange nach Mitternacht nicht einschlafen kann. Macht nichts: gemütlich lese ich mein mitgebrachtes Buch und höre Musik in meinem Zimmer. Das Leben ist schön, die Welt in Harmonie.

8 Ansichten
 
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn

©2018 by Heile Welt. Proudly created with Wix.com

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now