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vitamin d

- die zellen mit sonne füllen -


Von allen essentiellen Mikronährstoffen liegt mir Vitamin D am meisten am Herzen, denn der chronische Mangel daran ist unglaublich weit verbreitet: rund drei Viertel der Bevölkerung sollen unzureichend versorgt sein. Und das, obwohl der offizielle Grenzwert für einen wünschenswerten Vitamin D Spiegel unfassbar niedrig angesetzt ist. In diesem Artikel erkläre ich Dir, warum es fast jedem von uns an diesem Sonnen-Hormon mangelt, welche Auswirkungen das auf Dein Wohlbefinden und Deine Gesundheit hat, und auf welchen Wegen man dem begegnen kann.


Jawohl, es handelt sich hier eigentlich um ein Hormon, das als solches unzählige Prozesse in unserem Körper reguliert. Die Einstufung als Vitamin rührt noch aus einer Zeit, in der man es nur in seiner Funktion, Calcium aus der Nahrung in die Knochen zu befördern, erkannt hatte. So liegt auch der von der Schulmedizin herangezogene Referenzwert auch heute noch an der Grenze, unterhalb derer die Knochendichte abnimmt. Vitamin D kann aber noch viel mehr für Dich tun, als Dich vor Osteoporose zu schützen. Erst bei entsprechend hohen Spiegeln entfaltet es sein ganzes immunstimulierendes, stimmungsaufhellendes, regenerierendes Potential, unterstützt die Krebsprophylaxe, beugt Diabetes und Asthma vor und lindert Allergien und Autoimmunerkrankungen. Aber wenn das Zeug für unseren Körper so wertvoll ist, wie konnten wir denn dann bisher ohne Supplementierung als Gattung überleben?


Vitamin D wird bei Sonnenexposition in der Haut gebildet. Allerdings nur, wenn die Sonne so hoch steht, dass eine Sache größer als ihr Schatten ist. Bei niedrigerem Sonnenstand erreicht uns nicht genug von der relevanten UVB-Strahlung: wir werden zwar immer noch braun, vitaminmäßig tut sich aber nichts mehr. Unser Körper ist gut darauf eingestellt, für den Winter, wo die Sonne auch mittags nicht mehr hoch genug steigt, große Mengen Vitamin D einzulagern, schafft es damit aber nur dann halbwegs bis zum nächsten Frühjahr, wenn die Speicher im Sommer wirklich ganz gefüllt werden. Und das gelingt heute nur noch den wenigsten von uns.


Denn ein Sonnenbad hat nur dann den gewünschten Effekt, wenn Du einen Großteil Deiner Haut der Sonne präsentierst und keine Sonnencreme benutzt. Wer gleich nach dem Sonnenbad zum Schwimmen oder Duschen geht, wäscht das erzeugte Hormon ab, bevor es von der Haut aufgenommen wird. Und je brauner wir sind, desto weniger relevante Strahlung kann eindringen. Aus diesem Grund haben viele Menschen am Ende des Sommers gerade mal einen zufriedenstellenden Vitamin D-Spiegel, der dann im Herbst und Winter um monatlich 20% absinkt. Viele andere grundeln auch am Ende des Sommers ganz unten auf der Skala herum, da sie sowieso niemals ohne Sonnenschutz hinaus gehen würden. Unsere Vorfahren hatten diese Probleme nicht, aber heute ist ein sonnenvermeidender Lebensstil gang und gäbe, und der daraus resultierende Vitamin D Mangel mag den derzeitigen sprunghaften Anstieg der Zivilisationserkrankungen mitverursachen.


Ich bemerke, dass immer mehr Kinder und Jugendliche die Diagnose „Depression“ erhalten. Sie werden mit Therapien und durchaus auch mit Medikamenten behandelt, ohne dass jemand ihren Vitamin D-Spiegel überprüft, dabei wissen wir doch alle, dass unsere Kids kaum mehr an der Sonne sind, vielmehr in der Schule, bei den Hausaufgaben und am Smartphone, und im Sommer am See, da cremen wir sie gut ein.


Sehr niedrige Spiegel unter 30ng/ml, wie sie durch alle Altersgruppen hindurch häufig zu finden sind, verursachen nicht nur Depressionen, Antriebsschwäche und Konzentrationsprobleme, sondern auch eine verringerte Knochendichte, Anfälligkeit für Infekte und ein erhöhtes Risiko, Diabetes, Asthma, Allergien, Krebs oder eine Autoimmunerkrankung zu entwickeln. Gut versorgt sind wir dann, wenn wir durchgängig einen Spiegel zwischen 50 und 90 ng/ml halten – das ist auch der Wert, den wir mit exzessivem Sonnenbaden erreichen könnten. Wenn man nun bedenkt, dass die Sonne bei uns nur die Hälfte des Jahres über hoch genug steigt, und wir in der übrigen Zeit jedes Monat 20% unserer Vorräte aufbrauchen, wird klar, warum wir alle zumindest im Winter eine Supplementierung gut gebrauchen könnten. Es gibt kein zweites NEM, das ich so uneingeschränkt wirklich jedem dringend empfehlen würde, wie Vitamin D.


Wenn Du es genau wissen willst, bitte Deinen Hausarzt, Deinen Wert zu messen. Achtung beim Lesen des Befundes: es gibt zwei gängige Mengenangaben:


1ng/ml entspricht 2,5 nmol/l


Nun kenne ich einige Menschen, die von ihrem niedrigen Spiegel entsetzt waren, und jetzt dem Rat ihres Hausarztes folgend Oleovit einnehmen. Das ist ja schon mal super, nur leider viel zu wenig. Ein guter Richtwert für eine geeignete Erhaltungsdosis ist 50 - 100IE pro kg Körpergewicht. Wenn der Spiegel aber eh schon zu niedrig war, möchte man ja mehr als die Erhaltungsdosis: zum Anheben habe ich 8 Monate lang, von September bis April, 10.000IE genommen und dazu Vitamin K2 und Magnesium transdermal, welche dem Vitamin D als Transportmoleküle dienen. Beides ist bei Dosierungen über 10.000IE auf jeden Fall zu empfehlen, da es sonst zu einem Mangel an diesen beiden kommen kann. Nach diesen 8 Monaten hatte ich einen Serum-Spiegel von 90ng/ml und war um die Erfahrung eines Winters ohne gedrückte Stimmung reicher geworden. Das lebenswichtige Hormon tut aber noch viel mehr, als uns die Sonne ins Herz zu zaubern:


Vitamin D wirkt als genetischer Modulator und steuert über 2000 Gene sowie die Synthese zahlreicher Proteine, Enzyme und Botenstoffe.


Vitamin D steuert die Verwertung von Calcium und Phosphat für die Knochendichte. Bei einem Mangel daran wird Calcium aus den Knochen gelöst, um den Calcium-Spiegel im Blut konstant zu halten, was zu Osteoporose und Rachitis führt.


Vitamin D moduliert das Immunsystem und fördert die Produktion verschiedener Abwehrstoffe, reguliert andererseits entzündliche Immunreaktionen herunter, was besonders bei Autoimmunerkrankungen und chronisch entzündlichen Erkrankungen relevant ist, aber auch vor banalen Infekten schützt.


Vitamin D reguliert den Blutdruck und schützt die Gefäße und Herzmuskulatur. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Wahrscheinlichkeit, an einer solchen zu sterben, korrelieren mit einem niedrigen Spiegel.


Vitamin D wirkt auch im Gehirn und steuert dort die Entwicklung von Neuronen und die Synthese von Neurotransmittern und beeinflusst damit die Neuroplastizität, die Signalleitung und den Schutz der Nervenzellen des Gehirns. Es ist auch an der Bildung wichtiger Antioxidantien zur Entgiftung des Gehirns beteiligt.


Vitamin D ist an der Steuerung von Zellteilung, Zellwachstum und Zelltod beteiligt und damit ein wichtiger Schlüssel zur Krebsprävention und –behandlung: laut Studien sinkt das Risiko, an Krebs zu erkranken, bei Spiegeln über 40ng/ml.


Vitamin D hält Haut und Haare gesund und spielt eine wesentliche Rolle bei der Behandlung von Psoriasis. Ein Mangel kann unter anderem zu Haarausfall führen, eine gute Versorgung schützt sogar während einer Chemotherapie vor Haarverlust.


Wenn Du Deinen eigenen Vitamin D Spiegel optimieren möchtest, solltest Du als erstes Deinen persönlichen Serum-Wert ermitteln lassen, das kann Dein Hausarzt für Dich tun. Achte beim Interpretieren Deines Wertes auf die Jahreszeit: ein gerade mal zufriedenstellender Wert am Ende des Sommers ist eigentlich nicht zufriedenstellend. Falls Dein Wert sehr niedrig ist, also unter 25ng/ml, könnte eine hochdosierte Anfangstherapie für Dich sinnvoll sein: unter Anleitung eines entsprechend geschulten Arztes oder eines Vitamin D-Beraters werden auch Anfangsdosierungen um die 50.000IE gegeben, um Deinen Wert schnell in den wünschenswerten Bereich zu bringen. Wenn Du es auf eigene Faust machst, solltest Du nicht mehr als 10.000IE /täglich einnehmen, und mit 150µg Vitamin K2 und 200mg Magnesium ergänzen. Lasse alle paar Wochen den Serum-Wert überprüfen und reduziere auf die Erhaltungsdosis, bevor Du die 100ng/ml-Marke überschreitest. Höhere Spiegel gelten als nicht wünschenswert – wirklich gefährlich wird es aber erst bei 300ng/ml. Du bist also nicht in Gefahr, wenn Du aus Versehen auf 120ng/ml kommst – setze dann einfach die Supplementierung für ein paar Wochen ab, um den Wert auf die idealen 90ng/ml absinken zu lassen. Danach kannst Du mit einer Erhaltungsdosis zwischen 2000IE und 5000IE nicht viel falsch machen – selbst wenn Du viel sonnenbadest, wird Dein Wert damit nicht über 100ng/ml steigen, da ab 90ng/ml körpereigene Regulationsprozesse einem weiteren Anstieg entgegenwirken.


Ich bin kein Arzt, und alles was ich hier schreibe, stellt nur meine persönliche Erfahrung und Meinung dar. Ich könnte mich vollkommen irren, ich könnte aber auch Recht haben. Ich freu mich über jede Rückmeldung und wünsch Dir viel Sonne im Herzen!

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